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22. März 2026

Mahnung Schreiben: Vorlage und Praxistipps

Mahnung Schreiben: Vorlage und Praxistipps

Unbezahlte Rechnungen gehoeren zum Alltag von Freiberuflern und Selbststaendigen. Wenn ein Kunde trotz Zahlungsziel nicht zahlt, muessen Sie eine Mahnung schreiben. Eine Vorlage hilft Ihnen dabei, die richtige Formulierung zu finden und alle Pflichtangaben einzuhalten. Doch viele Unternehmer zoegern zu lange oder formulieren ihre Mahnung unklar, was den gesamten Mahnprozess verzoegert. Mit Invoices Customers behalten Sie den Ueberblick ueber offene Rechnungen und erkennen sofort, welche Zahlungen ueberfaellig sind.

In diesem Artikel erfahren Sie, wie der Mahnprozess in Deutschland funktioniert, welche Fristen gelten und wie Sie jede Mahnstufe korrekt formulieren.

Wann Duerfen Sie eine Mahnung Schreiben?

Bevor Sie eine Mahnung versenden, muss die Forderung faellig und der Kunde im Verzug sein. Nach deutschem Recht (Paragraph 286 BGB) tritt der Verzug in zwei Faellen ein.

Automatischer Verzug bei Geschaeftskunden: Bei B2B-Geschaeften tritt der Verzug automatisch 30 Tage nach Faelligkeit und Zugang der Rechnung ein. Voraussetzung ist, dass Sie in Ihrer Rechnung auf diese Rechtsfolge hingewiesen haben.

Verzug nach Mahnung bei Verbrauchern: Bei Privatkunden muessen Sie in der Regel zuerst eine Zahlungserinnerung oder Mahnung schicken. Erst nach Zugang dieser Mahnung befindet sich der Kunde im Verzug.

Wichtig: Wenn Sie auf Ihrer Rechnung ein konkretes Zahlungsziel angegeben haben (zum Beispiel "Zahlbar bis zum 15.04.2026"), tritt der Verzug automatisch am Tag nach Ablauf dieser Frist ein. Mehr zu den gesetzlichen Regeln fuer Zahlungsfristen finden Sie in unserem Artikel Zahlungsziel Rechnung: Gesetzliche Regeln.

Die Drei Mahnstufen im Ueberblick

In Deutschland gibt es kein Gesetz, das drei Mahnstufen vorschreibt. Trotzdem hat sich dieses dreistufige System in der Praxis bewaehrt. Es gibt Ihrem Kunden die Moeglichkeit, den Fehler zu korrigieren, bevor Sie rechtliche Schritte einleiten.

1. Zahlungserinnerung (freundlich): Sie weisen den Kunden hoeflich darauf hin, dass die Zahlung noch aussteht. Der Ton ist sachlich und freundlich. Viele Kunden haben schlicht vergessen oder die Rechnung uebersehen.

2. Erste Mahnung (bestimmt): Reagiert der Kunde nicht, wird der Ton deutlicher. Sie setzen eine neue Frist und weisen auf moegliche Verzugszinsen hin.

3. Letzte Mahnung (dringend): Sie kuendigen rechtliche Schritte oder die Uebergabe an ein Inkassounternehmen an. Diese Mahnung ist Ihre letzte Warnung vor dem gerichtlichen Mahnverfahren.

Zwischen den Stufen sollten Sie dem Kunden jeweils 7 bis 14 Tage Zeit geben, bevor Sie die naechste Mahnung versenden.

Die drei Mahnstufen im Mahnverfahren

Vorlage: So Formulieren Sie Jede Mahnstufe

Eine gute Mahnung schreiben bedeutet, den richtigen Ton zu treffen und alle notwendigen Angaben zu machen. Hier finden Sie konkrete Formulierungen fuer jede Stufe.

Zahlungserinnerung:

"Sehr geehrte/r [Name], sicherlich ist es Ihrer Aufmerksamkeit entgangen, dass die Rechnung Nr. [Nummer] vom [Datum] ueber [Betrag] Euro noch nicht beglichen wurde. Wir bitten Sie, den offenen Betrag bis zum [Datum] auf das unten genannte Konto zu ueberweisen."

Erste Mahnung:

"Sehr geehrte/r [Name], trotz unserer Zahlungserinnerung vom [Datum] haben wir noch keinen Zahlungseingang fuer die Rechnung Nr. [Nummer] ueber [Betrag] Euro festgestellt. Wir bitten Sie, den Betrag bis zum [Datum] zu begleichen. Wir weisen darauf hin, dass ab Verzugseintritt Verzugszinsen gemaess Paragraph 288 BGB anfallen."

Letzte Mahnung:

"Sehr geehrte/r [Name], wir fordern Sie letztmalig auf, den offenen Betrag von [Betrag] Euro zzgl. Verzugszinsen bis zum [Datum] zu ueberweisen. Sollte die Zahlung nicht fristgerecht eingehen, sehen wir uns gezwungen, die Forderung an ein Inkassounternehmen zu uebergeben bzw. das gerichtliche Mahnverfahren einzuleiten."

Pflichtangaben in jeder Mahnung:

  • Rechnungsnummer und Rechnungsdatum
  • Offener Betrag
  • Urspruengliches Zahlungsziel
  • Neue Zahlungsfrist
  • Ihre Bankverbindung
  • Hinweis auf Verzugsfolgen

Achten Sie darauf, dass Ihre Rechnungen von Anfang an alle Pflichtangaben enthalten. Lesen Sie dazu unseren Leitfaden zu den Pflichtangaben auf Rechnungen in Deutschland.

Verzugszinsen und Mahnkosten Richtig Berechnen

Ab dem Zeitpunkt des Verzugs haben Sie Anspruch auf Verzugszinsen und Ersatz Ihrer Mahnkosten. Die Berechnung ist gesetzlich geregelt.

Verzugszinsen (Paragraph 288 BGB):

  • Bei Verbrauchern: 5 Prozentpunkte ueber dem Basiszinssatz
  • Bei Geschaeftskunden: 9 Prozentpunkte ueber dem Basiszinssatz

Der Basiszinssatz wird halbjaehrlich von der Deutschen Bundesbank festgelegt. Aktuell liegt er bei circa 3,37 Prozent. Das bedeutet, bei Geschaeftskunden koennen Sie rund 12,37 Prozent Verzugszinsen pro Jahr berechnen.

Mahnkosten:

Fuer jede Mahnung duerfen Sie eine angemessene Pauschale berechnen. In der Praxis sind 2,50 bis 5,00 Euro pro Mahnung ueblich. Hoehere Betraege muessen Sie begruenden koennen.

Verzugspauschale (nur B2B):

Bei Geschaeftskunden steht Ihnen zusaetzlich eine einmalige Pauschale von 40 Euro zu. Diese koennen Sie bereits ab der ersten Mahnung geltend machen.

Rechenbeispiel: Eine Rechnung ueber 3.000 Euro ist seit 60 Tagen ueberfaellig. Bei einem Geschaeftskunden berechnen Sie: 3.000 Euro x 12,37 Prozent / 365 Tage x 60 Tage = 60,92 Euro Verzugszinsen plus 40 Euro Verzugspauschale.

Berechnung von Verzugszinsen und Mahnkosten

Haeufige Fehler beim Mahnung Schreiben Vermeiden

Selbst erfahrene Unternehmer machen beim Mahnung schreiben typische Fehler, die den Mahnprozess verzoegern oder unwirksam machen.

Zu lange warten: Versenden Sie die erste Zahlungserinnerung spaetestens 7 Tage nach Ablauf des Zahlungsziels. Je laenger Sie warten, desto schwieriger wird die Beitreibung.

Unklare Formulierung: Vermeiden Sie vage Saetze wie "Wir bitten um baldige Zahlung". Nennen Sie immer ein konkretes Datum und den genauen Betrag.

Fehlende Rechnungsreferenz: Geben Sie immer die Rechnungsnummer und das Rechnungsdatum an. Ohne diese Angaben kann der Kunde die Mahnung keiner Rechnung zuordnen.

Kein Nachweis: Versenden Sie wichtige Mahnungen per Einschreiben oder zumindest per E-Mail mit Lesebestaetigung. Im Streitfall muessen Sie den Zugang beweisen.

Falscher Ton: Bleiben Sie sachlich und professionell. Beleidigungen oder Drohungen sind kontraproduktiv und koennen rechtliche Konsequenzen haben.

Keine Dokumentation: Speichern Sie jede Mahnung und notieren Sie das Versanddatum. Mit Invoices Customers sehen Sie auf einen Blick, welche Rechnungen offen oder ueberfaellig sind, und koennen so Ihren Mahnprozess gezielt steuern.

Wer seine Kundendaten sauber pflegt, hat es beim Mahnwesen deutlich leichter. Tipps dazu finden Sie in unserem Beitrag zur Kundenverwaltung fuer Selbststaendige.

Vom Mahnverfahren zum Gerichtlichen Schritt

Wenn alle drei Mahnstufen erfolglos geblieben sind, bleibt Ihnen das gerichtliche Mahnverfahren. Dieses ist in Deutschland standardisiert und kann online ueber mahngerichte.de beantragt werden.

Ablauf des gerichtlichen Mahnverfahrens:

  1. Mahnbescheid beantragen — Sie stellen den Antrag beim zustaendigen Mahngericht. Die Kosten richten sich nach der Forderungshoehe.
  2. Zustellung an den Schuldner — Das Gericht stellt dem Kunden den Mahnbescheid zu. Er hat 14 Tage Zeit, Widerspruch einzulegen.
  3. Vollstreckungsbescheid — Legt der Kunde keinen Widerspruch ein, beantragen Sie den Vollstreckungsbescheid. Damit koennen Sie die Zwangsvollstreckung einleiten.

Kosten: Fuer eine Forderung von 3.000 Euro betragen die Gerichtskosten fuer den Mahnbescheid circa 39 Euro. Diese Kosten traegt am Ende der Schuldner.

Alternative: Inkassounternehmen. Sie koennen die Forderung auch an ein Inkassounternehmen uebergeben. Dieses uebernimmt das gesamte Mahnverfahren gegen eine Provision. Die Inkassokosten werden dem Schuldner auferlegt.

Bevor es so weit kommt, hilft eine professionelle Rechnungsstellung von Anfang an. Wer als Freiberufler seine Rechnungen korrekt und vollstaendig erstellt, reduziert das Risiko unbezahlter Rechnungen erheblich. Lesen Sie dazu unseren Leitfaden zum Rechnung erstellen als Freiberufler.

Eine durchdachte Mahnung schreiben ist keine Kunst, aber eine wichtige Faehigkeit fuer jeden Selbststaendigen. Nutzen Sie die Vorlagen und Tipps aus diesem Artikel, um Ihren Mahnprozess zu strukturieren und offene Forderungen zuegig einzutreiben. Mit Invoices Customers behalten Sie jederzeit den Ueberblick ueber Ihre Rechnungen, erkennen ueberfaellige Zahlungen sofort und reagieren schnell. Laden Sie die App kostenlos herunter und bringen Sie Struktur in Ihr Forderungsmanagement.

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